Bonner Konverenz 2015

Am 25./26. Juni 2015 organisierte World Heritage Watch in Bonn die internationale NGO-Konferenz "Das UNESCO-Welterbe und die Rolle der Zivilgesellschaft". Sie folgte dem ersten NGO-Forum zum Welterbe, das 2012 in St.Petersburg stattgefunden hatte.

Ziele der Konferenz waren:

  1. Bewertung der Situation ausgewählter Welterbestätten aus der Sicht der Zivilgesellschaft, insbesondere im Hinblick auf negative anthropogene Umwelteinflüsse.
  2. Information der deutschen und internationalen Öffentlichkeit über Fortschritte und Herausforderungen bei der Umsetzung der UNESCO-Welterbekonvention aus Sicht der Zivilgesellschaft.
  3. Aufzeigen des Ausmaßes der Beiträge der Zivilgesellschaft zum Schutz des Welterbes.
  4. Ausarbeitung von Mitwirkungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung der Welterbekonvention.
  5. Schritte zur Bildung von nationalen und internationalen zivilgesellschaftlichen Netzwerken zum Thema "UNESCO-Welterbe".

Konzept der Konferenz

An der Konferenz nahmen 115 VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen und indigener Völker aus 33 Staaten teil. Der Teilnehmerkreis kam aus allen Kontinenten, deckte alle wichtigen Problemfelder des Welterbes ab und berücksichtigte die gesamte Vielfalt unterschiedlicher Welterbestätten.

Teilnehmerliste

Die Situation von 39 Welterbestätten wurde in Vorträgen bewertet; darüber hinaus befassten sich 9 Vorträge mit der allgemeinen Situation von Welterbestätten, und 10 Vorträge stellten die Arbeit von NGOs zum Welterbe in einem Überblick dar. Die Vorträge haben nicht nur die verschiedensten Mitwirkungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung der Welterbekonvention aufgezeigt, sondern auch einen repräsentativen Überblick über die verschiedenen Typen zivilgesellschaftlicher Akteure vermittelt. 

Programm

Das ausführliche Schlussdokument fasst zusammen, auf welche Weise die Zivilgesellschaft sich in Zukunft an der Umsetzung der Welterbekonvention beteiligen will.

Schlussdokument

Zwei Erklärungen wurden verabschiedet, am Tag nach der Konferenz der Präsidentin des Welterbekomitees übergeben und später auf dessen Sitzung verlesen.
Erklärung I: Beteiligung der Zivilgesellschaft

Erklärung II: Über Indigene Völker

Elf weitere Beschlüsse wurden von verschiedenen Personen und Organisationen vorgelegt und von der Konferenz angenommen:

Resolution 1: Über No-Go und No-Impact-Maßnahmen für Tätigkeiten zur Rohstoffgewinnung in Natur- und Gemischten Welterbestätten

Resolution 2: Über Weltnaturerbestätten in der Russischen Föderation

Resolution 3: Über den Baikalsee, Russische Föderation

Resolution 4: Über den Westlichen Kaukasus, Russische Föderation

Resolution 5: Über die Erhaltung des Pirin-Nationalparks, Bulgarien

Resolution 6: Über Hasankeyf und die irakischen Marschen

Resolution 7: Über bedrohtes Kulturerbe in Bulgarien

Resolution 8: Über den Schutz von St. Sofia in Kiew, Ukraine

Resolution 9: Über die Gas-Straßenlaternen in Berlin, Deutschland

Resolution 10: Über den Bogoria-See, Kenia

Resolution 11: Über das Friedensmahnmal in Hiroshima, Japan

Ein umfangreicher Konferenzband (232 Seiten), der sämtliche Vorträge, Kurzbiografien der Referenten sowie sämtliche verabschiedeten Dokumente enthält, wurde auf Deutsch und Englisch gedruckt und liegt auf Russisch in elektronischer Form vor.

Konferenzband