{"id":1865,"date":"2023-09-25T09:39:10","date_gmt":"2023-09-25T07:39:10","guid":{"rendered":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/?page_id=1865"},"modified":"2023-09-25T09:41:25","modified_gmt":"2023-09-25T07:41:25","slug":"das-unesco-welterbesystem-ist-dysfunktional","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/das-unesco-welterbesystem-ist-dysfunktional\/","title":{"rendered":"Das UNESCO-Welterbesystem ist dysfunktional"},"content":{"rendered":"\n<section id=\"gm7b4d4d4\" class=\"wp-block-gutentor-m4 section-gm7b4d4d4 gutentor-module gutentor-advanced-columns\"><div class=\"grid-container\"><div class=\"grid-row\">\n<div id=\"col-gme02eb8\" class=\"wp-block-gutentor-m4-col col-gme02eb8 gutentor-single-column  grid-lg-12 grid-md-12 grid-12\"><div id=\"section-gme02eb8\" class=\"section-gme02eb8 gutentor-col-wrap\">\n<div id=\"section-g84e427\" class=\"wp-block-gutentor-e1 section-g84e427 gutentor-element gutentor-element-advanced-text\"><div class=\"gutentor-text-wrap\"><h2 class=\"gutentor-text\"><strong>Das UNESCO-Welterbesystem ist dysfunktional<\/strong><\/h2><\/div><\/div>\n\n\n\n<div id=\"section-g1b3b25\" class=\"wp-block-gutentor-e1 section-g1b3b25 gutentor-element gutentor-element-advanced-text\"><div class=\"gutentor-text-wrap\"><p class=\"gutentor-text\">Die Welterbekonvention muss Teil der UN-Reform werden<\/p><\/div><\/div>\n\n\n\n<div id=\"section-geb956f\" class=\"wp-block-gutentor-e6 section-geb956f gutentor-element gutentor-element-image\"><div class=\"gutentor-element-image-box\"><div class=\"gutentor-image-thumb\"><img decoding=\"async\" class=\"normal-image\" src=\"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/45COMSession-1.jpg\"\/><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div id=\"section-g27bb37\" class=\"wp-block-gutentor-e1 section-g27bb37 gutentor-element gutentor-element-advanced-text\"><div class=\"gutentor-text-wrap\"><p class=\"gutentor-text\"><strong>Eine Bilanz der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees 2023 in Riad Berlin, 25. September 2023.<\/strong> <br><br>Das System der UNESCO zur Nominierung, \u00dcberwachung und Erhaltung von Welterbest\u00e4tten kann seine Aufgabe nicht mehr hinreichend erf\u00fcllen. Diese besorgniserregende Bilanz zieht World Heritage Watch nach der soeben zuende gegangenen zweiw\u00f6chigen Sitzung des Welterbekomitees \u2013 des periodisch gew\u00e4hlten Gremiums von 21 Staaten, das im Auftrag der Staatengemeinschaft alle Entscheidungen \u00fcber das Welterbe trifft.<br><br>Das Gremium leidet unter einigen derselben Systemfehler, die auch den UN-Sicherheitsrat l\u00e4hmen: Mitgliedstaaten des Welterbekomitees k\u00f6nnen ihre Macht missbrauchen und entgegen den offensichtlich zutage liegenden Fakten politisch motivierte Beschl\u00fcsse fassen, w\u00e4hrend die Zivilgesellschaft weiterhin von ihren Entscheidungsprozessen konsequent ausgeschlossen bleibt.<br><br>Als krasseste Fehlentscheidungen bewertet WHW die Weigerung des Komitees, de facto akut gef\u00e4hrdete St\u00e4tten in die \u201eListe des gef\u00e4hrdeten Welterbes\u201c einzutragen, so z.B. Venedig, die Festung und Kulturlandschaft von Diyarbakir und die Vulkane von Kamtschatka, obwohl dies von ihren eigenen beratenden Fachgremien empfohlen worden war.<br><br>St\u00e4tten, in denen laufende Zerst\u00f6rungen stattfinden wie z.B. die Viktoria-F\u00e4lle in Sambia\/Simbabwe und die Sundarbans, der gr\u00f6\u00dfte Mangrovenwald der Erde in Bangladesch, das Historische Kairo und die Akropolis von Athen, waren nicht einmal zur Einschreibung in die sogenannte \u201eRote Liste\u201c vorgesehen; im Falle der Akropolis hatte Griechenland &#8211; selbst Komiteemitglied \u2013 schon im Vorfeld verhindert, dass die St\u00e4tte \u00fcberhaupt auf die Tagesordnung kam.<br><br>In einem R\u00fcckschritt, der auch von vielen Delegationen der Mitgliedstaaten unter der Hand bedauert wurde, erlaubte der saudische Sitzungspr\u00e4sident den NGOs und indigenen V\u00f6lkern erst zu sprechen, nachdem die Beschl\u00fcsse gefasst worden waren, und auch dies nur f\u00fcr zwei Minuten.<br><br>Umgekehrt kannte das Welterbekomitee wenig Zur\u00fcckhaltung bei der Einschreibung neuer St\u00e4tten in die Welterbeliste. Von insgesamt 50 Nominierungen hat das Komitee in 16 F\u00e4llen die St\u00e4tte gegen die Empfehlung der beratenden Fachorganisationen in die Welterbeliste aufgenommen. In diesem Zusammenhang ist besonders bemerkenswert, dass von den 50 Nominierungen 14 von Mitgliedstaaten des Komitees selbst vorgelegt worden waren \u2013 entgegen einer fr\u00fcheren Aufforderung des Komitees, dass sich Staaten mit Nominierungen zur\u00fcckhalten sollten, w\u00e4hrend sie Mitglieder des Komitees sind, um den Anschein von Befangenheit oder politischer Einflussnahme zu vermeiden.<br><br>\u201eDas gemeinsame Erbe der Menschheit wird vor aller Augen in den Ruin gef\u00fchrt\u201c, erkl\u00e4rt Stephan D\u00f6mpke, Vorsitzender von World Heritage Watch. \u201eDie Krise des Multilateralismus macht auch vor UN-Unterorganisationen wie der UNESCO nicht halt. Wir rufen daher die 195 Vertragsstaaten der Welterbekonvention auf, auf ihrer Generalversammlung im November in Paris eine Reform der Gesch\u00e4ftsordnung des Welterbekomitees anzusto\u00dfen, um eklatante Missst\u00e4nde abzustellen, und Staaten ins Komitee zu w\u00e4hlen, die gr\u00f6\u00dfere Gew\u00e4hr daf\u00fcr bieten, sich an Geist und Buchstaben der Welterbekonvention zu halten. Dringend erforderlich ist au\u00dferdem die Verankerung eines Sanktionsregimes, das bei Feststellung bestimmter objektiv \u00fcberpr\u00fcfbarer Fakten in Kraft tritt.\u201c<\/p><\/div><\/div>\n\n\n\n<div id=\"section-g66f33b\" class=\"wp-block-gutentor-e1 section-g66f33b gutentor-element gutentor-element-advanced-text\"><div class=\"gutentor-text-wrap\"><p class=\"gutentor-text\"><strong>DOWNLOADS<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/WHW-Presseerklaerung-25-09-2023.pdf\" target=\"_blank\">WHW-Presseerkl\u00e4rung-25-09-2023<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/WHW-Press-Release-25-09-2023.pdf\" target=\"_blank\">WHW-Press-Release-25-09-2023<\/a><br><br><\/p><\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template-gutentor-full-width.php","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"class_list":["post-1865","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1865"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1889,"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1865\/revisions\/1889"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/world-heritage-watch.org\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}